Japanisch Wohnen in Deutschland

Traditionen, Ordnung und Rituale (Wohnwelten 5)

Asia-Flair in der Wohnung erfreut sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit. Doch mit der Realität der fernöstlichen Wohnkulturen hat das oft nicht viel zu tun. Wie lebt man zum Beispiel in Japan wirklich? Und verträgt sich der japanische Stil überhaupt mit der europäischen Mentalität?

Wohnkonzepte
Die Schuhe müssen draußen bleiben
Traditionelle japanische Häuser sind aus Holz gebaut und bestehen aus ein bis zwei Stockwerken. Der Eingangsbereich eines solchen Hauses heißt Genkan und ist durch eine Stufe in zwei Bereiche unterteilt. Die Schuhe werden im 'Straßenbereich' ausgezogen, bevor man in den Wohnbereich eintreten darf.

Wohnkonzepte
Bodensitzstühle - ungewöhnlich, aber bequem!
Ein Gastgeschenk gehört zum guten Ton Nur selten wird man als Gast in Japan direkt nach Hause eingeladen. Wenn einem diese hohe Ehre widerfährt, sollte man daher auch immer an ein Gastgeschenk denken. Den Gästen wird dann traditionell Tee serviert. Gegessen und getrunken wird an einem niedrigen Tisch, dem Tatami-Tisch. Als Sitzgelegenheiten dienen Kissen oder die Zaisu-Bodenstühle. Da die meisten japanischen Häuser nicht über eine Zentralheizung verfügen, setzt man sich im Winter an einen Kotatsu. Das ist ein Tisch mit Heizelementen unter der Platte, denn so bleiben wenigstens die Füße warm. Weitere oft verwendete Alternativen für den Winter sind kleine Öfen und Heizstrahler.

In keiner traditionellen Einrichtung darf die Tokonoma fehlen. Dabei handelt es sich um eine Bildernische, die mit einer senkrecht hängenden Schriftrolle und einem Ikebana-Arrangement, passend zur Jahreszeit, geschmückt ist. Weitere Details des japanischen Wohnens zeigt die Fotoshow.

Ein Raum - vielfach genutzt Der japanische Wohnstil passt gut zu Menschen, die Ordnung lieben. Da der Wohnraum als Empfangsraum für Gäste genutzt wird, aber auch als Schlafzimmer, Arbeitsplatz und Esszimmer dient, wird nach jeder Aktivität aufgeräumt. Nach dem morgendlichen Aufstehen wird die Matratze eingerollt und weggepackt, nach dem Essen oder Teetrinken wird der Tatami-Tisch eingeklappt und weggestellt. Dadurch wirkt der Raum nach westlichem Empfinden eher karg und leer. Verstaut werden all die Sachen in Treppenschränken, die entweder unter einer Treppe eingebaut sind oder selbst als Treppe dienen.

Wohnkonzepte
Japanisch wohnen vereint etwas Askese und viel Funktionalität. Jedoch scheint gerade das den Blick für das Wesentliche zu schulen. Denn die Bewohner sind bei allem, was sie tun, gelassener und konzentrierter.

Für einen westlich orientierten Menschen ist diese Form des Wohnens interessant, aber gewöhnungsbedürftig. Das mag auch der Grund sein, weshalb sich der Durchschnittseuropäer lieber mit ein paar asiatischen Accessoires begnügt, die er von seiner gemütlichen Polstersitzgruppe aus betrachten kann …

Hier zeigen wir Ihnen, was das Wohnen in Weiß ausmacht.....

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