Fast jeden Tag sind jetzt Christel und Dr. Rainer Escher in ihrem kleinen Garten in der Berliner Kiefholzstraße anzutreffen. Die Erdbeerernte ist nämlich in vollem Gange. Überall in den Beeten und Töpfen schimmern die appetitlich roten Beeren. Für eine Verschnaufpause bleibt den beiden kaum Zeit, denn die warmen Temperaturen lassen die aromatischen Früchte so schnell reifen, dass man fast zusehen kann. Etliche Kilo haben die beiden bereits geerntet. Die reiche Ernte führt Dr. Rainer Escher auf seinen bewährten Erdbeersorten-Mix zurück.

Da ist zum einen die Mieze Schindler, benannt nach der Ehefrau des Züchters Prof. Otto Schindler. Die Erdbeere trägt zwar nur mittelgroße Früchte – die aber haben es in sich. Unter den Hobbygärtnern ist die Beere wegen ihres unvergleichlich aromatischen Geschmacks sehr beliebt. "Allerdings kann sich die Pflanze nicht selbst befruchten", fügt er fachkundig hinzu, "da sie nur weibliche Blüten besitzt."


Auf der anderen Seite des Gartenzauns macht sich derweil Nachbar Bernd Michaelis zu schaffen, bei den Erdbeeren natürlich. Ganz so viele Erdbeerpflanzen hat er zwar nicht, dafür reichlich Gewürze und Gemüse: Tomaten, Buschbohnen, Kohlrabi, Kartoffeln, Liebstöckel – und Zucchini.

Wie zum Beweis fängt es plötzlich an zu regnen. Nicht nur das: Kräftige Windböen werden von erbsengroßen Hagelkörnern begleitet. Ein bisschen bang wird es ihm dann doch. Nach ein paar Minuten ist alles vorbei, Bernd Michaelis eilt zu seinen Pflänzchen: "Alles wunderbar, alles heil geblieben", strahlt er und ist wieder ganz die Ruhe selbst.





