Ökologisch Bauen: Die Stampflehmwand

Ungewöhnliches Öko-Haus mit Klimawand im Zentrum

Wer es heute mit dem gesunden Wohnen ernst meint, der wird schon beim Hausbau Wert auf natürliche Baumaterialien legen. Die zunehmende Nachfrage von Bauherren ist ein Grund dafür, dass der Jahrhunderte alte Baustoff Lehm heute so gefragt ist wie nie zuvor.

Bauherren sind heute gut beraten, wenn sie bei der Auswahl von Baustoffen kritisch sind und die Vorschläge von Wohnbauträgern oder Architekten hinterfragen. Denn ein Haus wird nur dann zu einem gesunden Zuhause, wenn schon in der Bauphase natürliche Baumaterialien mit positiven raumklimatischen Eigenschaften verwendet werden. Beim Bau dieses Hauses der Familie Ludewig sind fast ausschließlich natürliche Baumaterialien verwendet worden. Schon bei der Planung wurde auch auf deren Nachhaltigkeit geachtet - das heißt, es wurden möglichst nachwachsende Rohstoffe verwendet

Hier wurden zum Ausbau des Hauses in erster Linie Holz und Lehm verwendet. Zwei natürliche Baustoffe, die durch die Speicherung und Abgabe von Feuchtigkeit optimal für eine Regulierung der Luftfeuchtigkeit sorgen. Lehm hat hervorragende bauphysikalische Eigenschaften und dient als Wandbaustoff auch zum Speichern der Wärme.

Holz ist die Nr. 1 unter den nachwachsenden Dämmstoffen.

Bei diesem Hausprojekt werden zum Beispiel Holzfaserdämmplatten zur Isolierung und als Schallschutz für die Geschossdecke benutzt. ähnliche Platten werden auch zur Dämmung von Decken, Wänden oder Dächern verwendet. Die Verarbeitung der Faserplatten ist einfach und kann auch von wenig erfahrenen Heimwerkern durchgeführt werden.

Etwas komplizierter ist das Errichten einer Stampflehmwand. Hier musste zunächst aus rohem Bauholz eine stabile Schalung errichtet werden. Die Schalung hat die Form der späteren Wand und kann mit der Lehmmischung gefüllt werden. Sie setzt sich aus Lehm, Sand, Strohhäckseln und weiteren Zuschlagstoffen zusammen. Wichtig ist die sorgfältige, lagenweise Verdichtung des Materials mit Hilfe von Hand und Pressluftstampfern. Die bis ins Dachgeschoß reichende, gebogene Stampflehmwand wird einmal das optische Zentrum des Hauses sein. Ein Oberlicht in der Dachfläche soll dafür sorgen, dass das natürliche Tageslicht von der Lehmwand reflektiert wird. Diese ungewöhnliche Wand wird damit zu einer mehrfunktionalen Raumskulptur. Die große Lehmfläche wird die Luftfeuchtigkeit aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben – und damit das Klima des ganzen Hauses regulieren.

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