Ein altes Haus wieder instand zu setzen, ist zweifellos eine Herausforderung. Wer dabei auf historische Genauigkeit achtet, muss bestimmte Materialien aufwändig rekonstruieren oder auf antike Baustoffe zurückgreifen. Das ist zwar deutlich teurer als eine Standardsanierung, dafür schafft man sich aber eine Liebhaberimmobilie, die ihren Preis hat.
Ein wenig Mut zum Risiko gehört dazu, um sich auf eine umfangreiche Altbausanierung einzulassen. Trotzdem zögerte Christa Lersch nicht lange, als man ihr ein schon stark sanierungsbedürftiges Fachwerkgebäude anbot, das schon mehr als 100 Jahre auf dem Buckel hatte. Denn mit seinem Erker und dem Turm übte das Haus auf sie einen unwiderstehlichen Charme aus. Von Anfang an kam für sie nur eine originalgetreue Sanierung in Frage.
Die Bauherrin hatte sich viel vorgenommen. Zuerst kam das Dach dran. Der Turm erhielt wieder eine Schieferdeckung, der andere Teil des Daches wurde mit Biberschwanzziegeln neu eingedeckt. Zum Teil musste auch der Dachstuhl erneuert werden, denn einige Balken waren bereits stark durchfeuchtet. Auch die Fassade war stark mitgenommen. Beschädigte Mauerziegel wurden ausgeschnitten und durch neue ersetzt. Da man diese Steine heute nicht mehr im Handel kaufen kann, ließ sich Christa Lersch in einer Ziegelei die Steine extra anfertigen.
Einen anderen Weg gingen die Bauherren eines Vierseiten-Hofes in Brandenburg. Um die alten Fassaden originalgetreu zu rekonstruieren, beschafften sie sich über achtzigtausend Ziegelsteine von einem Händler für historische Baustoffe und ließen die Gebäude damit wieder komplett aufbauen. Auch für den Innenausbau haben die Bauherren ausschließlich antike Materialien vorgesehen. Ein alter, wieder aufgearbeiteter Parkettboden und antike, reich verzierte Türen liegen schon für den Einbau bereit.