Deutschland bietet eine Fülle sehenswerter, historischer Architektur. Insbesondere kleine Ortschaften haben es nicht leicht, denkmalgeschützte Bauten zu erhalten.
Die Sanierung eines solchen Gebäudes kann große Summen verschlingen
Häufig ermöglichen erst neue Nutzungskonzepte privater Investoren die teure Sanierung. Für diese Bauwerke gelten besondere Bedingungen, um sie in die moderne Lebens- und Arbeitswelt erfolgreich zu integrieren. Alte Gebäude sind schön und prägen das Stadtbild mit ihrem ganz besonderen Charme. Ihre kulturelle Bedeutsamkeit macht Altstädte, Plätze und Kirchen zu schützenswerten Objekten. Doch auch frühe Fabrikbauten können als Zeugnisse der Industriekultur unter Denkmalschutz gestellt werden.
Ein Beispiel für die zeitgemäße Nutzung denkmalgeschützter Bauwerke ist das "Alte Brauhaus“ in Werder an der Havel. 1887 errichtet, diente es ursprünglich als Lager- und Kühlhaus für Bier. Nach langen Jahren des Leerstandes drohte es zu verfallen.
Große Fensterflächen erhellen die Innenräume
Neue Hoffnung brachte schließlich ein privater Investor. Zusammen mit der Hypovereinsbank wurde ein Sanierungskonzept entwickelt, das die historische Bausubstanz geschickt mit moderner Innenarchitektur zu verknüpfen wusste. Entstanden ist ein repräsentatives Büro- und Geschäftszentrum mit einem breit gefächerten Branchenmix.
Denkmalschutz als Teil des Sanierungskonzeptes Bei der Einhaltung der Denkmalschutzrichtlinien stand vor allem die Fassadengestaltung im Vordergrund. Durch die sorgfältige Aufarbeitung von Gesims, Fries und Schmuckkante wurde das charakteristische Aussehen des Alten Brauhauses wiederhergestellt.
Viel Platz für Büros und Gewerbe
Bereits bei der Errichtung des Alten Brauhauses wurde der wuchtige und fensterlose Baukörper mit einer Schaufassade versehen. Diese sollte das mächtige Kühlhaus in das Stadtbild integrieren. Die damals geschaffenen Rundbogenfelder wurden bei der Sanierung aufgebrochen und für große Fensterflächen genutzt. Im Inneren entstanden helle Arbeitsräume mit einer angenehmen Atmosphäre.
Im Innern bietet das Alte Brauhaus nun große Räume
Im Zuge der aufwändigen Umbaumaßnahmen musste man im Innenbereich zum Teil 1,85 m starke Wände entfernen. So konnten neue Raumstrukturen geschaffen werden. Die historischen Elemente von Rundbogen und Ziegelmauerwerk wurden zudem beim zweigeschossigen Neubau aufgegriffen, der unmittelbar neben dem "Alten Brauhaus“ errichtet wurden.
Die umlaufenden Dachterrassen bieten frische Luft und einen freien Blick
Um neben dem Gewerbe auch das Wohnen zu ermöglichen, wurden die Dächer bebaut. Die breiten, umlaufenden Dachterrassen bieten nicht nur einen herrlichen Blick auf den angrenzenden See, sie sind auch eine Vorgabe des Denkmalschutzes. Dank der Terrasse bleiben die Wohnaufbauten von der Straße aus unsichtbar und verändern damit nicht das Erscheinungsbild des Gebäudes.
Auf einer Gesamtnutzfläche von 5000 m² vereint das historische Gebäude geschickt die Bereiche Arbeit, Leben und Kultur und ist damit beispielhaft für eine gelungene Verbindung von Tradition und Moderne. Für die Werderaner ist damit das „Alte Brauhaus“ wieder zu einem Stück Identität geworden.
Projekt: Historisches Brauereigebäude
Aufgabe: Nutzungsumwidmung für Büro- und Einzelhandelsflächen
Besonderheit: Einhaltung der Denkmalschutzbestimmungen